Ulrike G. – Skispringerin

0

Ulrike Gräßler ist eine Vorreiterin des Damenskispringen, die mit viel Können und Ehrgeiz ihrem Sport nachgeht. Sie holte unter anderem 2009 die Silbermedaille bei der WM-Premiere des Skisprung der Damen in Libere. Derzeit erholt sie sich noch von einem Sturz, aber sie hat bereits Ziele für die Olympischen Spiele 2018, aber lest selbst.

Name: Ulrike Gräßler
Sportart: Skispringen
Facebook-Seite: Ulrike Gräßler
Homepageulrike-graessler.com

„…konnte ich als erste Skispringerin eine Ausbildung bei der Bundespolizei zur Polizeimeisterin beginnen.“

Mein Name ist Ulrike Gräßler, ich bin Skispringerin.
Dies ist heute für alle Sportinteressierten nichts außergewöhnliches mehr. Damenskispringen ist mittlerweile im Fernsehen präsent, wir nehmen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil, seit 4 Jahren gibt es einen Weltcup.

Ganz anders war die Situation, als ich meine ersten Sprungversuche machte. In meiner Heimatstadt Eilenburg bei Leipzig gibt es eine kleine Schanzenanlage und einen engagierten Verein. Mein Bruder Axel trainierte hier und mit meinen Eltern fuhr ich am Wochenende oft mit zu den Wettkämpfen. Ich war damals 7 Jahre alt und bekam Lust, selbst Ski zu springen. Ich kann mich noch genau an die verblüfften Gesichter des Trainers und meiner Eltern erinnern, als ich anfragte, ob ich auch mit Ski springen beginnen kann. Ein Mädchen Ski springen – damals vor 20 Jahren eine exotische Erscheinung. Mit sehr viel Ehrgeiz begann ich zu trainieren und nahm an den Wettbewerben der Jungen teil. Im Jahr 2000, ich war mittlerweile 13 Jahre alt, fand im Meinerzhagen einer der ersten offiziellen Wettbewerbe für Damen statt. Auf der kleinen Schanze belegte ich die Plätze 6 und 4. Mein Trainer Bodo Dotzauer fragte danach einfach im Leistungszentrum in Klingenthal an, ob sie ein talentiertes Mädchen aufnehmen würden. Obwohl es damals noch keinerlei ernsthafte sportliche Perspektive für Ski springende Mädchen gab, wechselte ich im November 2000 an das Skigymnasium und das Landesleistungszentrum nach Klingenthal. Beim Deutschen Skiverband begann man zu dieser Zeit, erste zaghafte Schritte auf die Mädchen zuzugehen. Ein Schülercup wurde eingeführt und 2001 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften statt (8.Platz). 2 Jahre später wurde ich in Pöhla Deutsche Meisterin, 2009 konnte ich in Garmisch-Partenkirchen erneut den nationalen Titel gewinnen. Auch international ging die Entwicklung weiter. 2003 durften Skispringerinnen erstmals an den Europäischen Olympischen Jugendspielen in Bled (Slowenien) teilnehmen, ich konnte die Silbermedaille gewinnen.

2006 legte ich mein Abitur ab, nun stand die Frage: Wie weiter? Damenskispringen war keine olympische Disziplin, eine Förderung über Zoll, Bundeswehr oder Bundespolizei stand nicht zur Disposition. Nach intensiven Bemühungen von vielen Seiten und der realistischen Aussicht, dass 2010 Damenskispringen olympisch wird, konnte ich als erste Skispringerin eine Ausbildung bei der Bundespolizei zur Polizeimeisterin beginnen. So waren die Voraussetzungen für die Fortsetzung der leistungssportlichen Karriere gegeben.

2009 hatte sich das Damenskispringen international etabliert, erstmals durften wir bei den Weltmeisterschaften starten. In Liberec wurde ich Vizeweltmeisterin. In der ersten Weltcupsaison 2011/2012 wurde ich in der Gesamtwertung Vierte und bei den Weltmeisterschaften 2013 in Val die Fiemme konnte ich im erstmals ausgetragenen Mixed-Team-Wettbewerb gemeinsam mit Carina Vogt, Severin Freund und Richard Freitag Bronze gewinnen.

In den letzten beiden Jahren hatte ich viel Pech. Während einer Wettkampfreise in Russland musste ich am Blinddarm notoperiert werden, die hygienischen Bedingungen in Nizhny Targil am Ural waren unbeschreiblich. Mit den gesundheitlichen Folgen hatte ich monatelang zu kämpfen. Trotzdem schaffte ich den Sprung ins Olympiateam für Sotchi 2014. Wieder gut in Form gekommen, erwischte mich 4 Tage vor dem Wettkampf eine Grippe….bei der Olympiapremiere des Frauenskispringens wurde ich 22. Zurzeit bin ich verletzungsbedingt für nicht absehbare Zeit ausser Gefecht gesetzt. Mitte Dezember bin ich in Norwegen schwer gestürzt, Schlüsselbeinbruch, Kreuzbandriss und Meniskusschaden, 6 gebrochene Rippen, diverse Bänderrisse (Daumen und Fussgelenk) und Verletzungen der Lunge waren die Folge.

Mittlerweile bin ich 28 Jahre und habe noch einen großen sportlichen Traum, 2018 möchte ich nochmals an Olympischen Spielen teilnehmen.

 

Empfohlene Produkte:
        

Hinterlasse einen Kommentar