Sören L. – Triathlon

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„Eine Geschichte von einem kleinen Drops, der zum verkappten Ausdauerjunkie wurde.“

Name: Sören L.
Sport: Triathlon, Laufen
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„Dieses Streben, sich an neue Grenzen zu wagen, das treibt mich an.“

Hey ich bin Sören, 26 gebürtig aus Potsdam. Derzeit studiere ich im letzten Semester Marketing-Management in Freiberg. Somit dürfte ich in ein paar Monaten endlich den Master in der Tasche haben. Ach beiseite mit dem Bewerbungsmappen-Mumpitz…

Meine Leidenschaft gilt dem Ausdauersport respektive dem Laufen/Triathlon. Ich weiß, dass das viele per se nicht nachvollziehen können. Und ja: Ich kann sie teilweise verstehen. Warum gerade solch einen zeitaufwändigen und intensiven Sport? Kann es nicht Tischtennis oder Kegeln sein? NEIN! Kann es nicht. Ich versuch‘s Dir mal mit den vielen Gedankenschnipseln, die in meinen Kopf Achterbahn fahren, zu erklären…

Ich schätze weil es beim Laufen bzw. Triathlon ausschließlich auf Deine Leistung ankommt. Es gibt keine Ausreden! Bringst Du die Leistung nicht, kannst Du im Gegensatz zu so mancher Teamsportart nur den Fehler bei Dir selbst suchen. Insgeheim glaube ich aber, dass die damaligen „Schulsportpleiten“ das prägende Moment für mich waren und mir heute den inneren Antrieb fürs Laufen und alles darüber hinaus geben. Damals, ich muss so 10 Jahre jung gewesen sein, war ich ein richtiger kleiner Drops. Immer wenn der Sportlehrer am Anfang der Stunde einen 1000 Meter Leistungstest angekündigt hatte, schlotterten mir die Knie. Mein Kumpel Dirk ging es nicht so. Er war die typische Sportskanone. Ihm machten die 1000 Meter gar nichts aus. Immerhin hat er mich beim Überrunden angefeuert. Aber ich war eh im Tunnel. Nun gut: Schließen wir dieses dunkle Kapitel. Ich hab’s überlebt.

Mit ca. 17 oder 18 bin ich aus einer Laune heraus eines Sonntagmorgens einfach mal losgejoggt. Ich konnte kaum 30 Minuten durchrennen. Zu dieser Zeit war es die bittere Wahrheit. Ich war einfach richtig schlecht und unfit! Nun ja, an dem besagten Sonntag bin ich dann einfach raus an die Spree und von da an bin ich fast jeden Sonntag mit meinem Kumpel Basti eine Runde joggen gewesen. So fing es an. Nach und nach habe ich mich an verschiedenen Läufen angemeldet. Der RBB-Lauf in Potsdam beispielswiese, war die letzten Jahre immer ein schöner Frühjahrsauftakt in die „Saison“. Mittlerweile hat sich dieser schöne Drittelmarathon als echte Tradition manifestiert. Quasi auch eine Art „Heimrennen“.

Laufen ist für mich mehr als nur ein Sport. Es ist vor allem die Herausforderung, mich im Training immer wieder auf’s Neue zu pushen. Obwohl der Tank eigentlich schon leer ist. Selbiges im Wettkampf. Natürlich geht es vor allem um den Spaß und das unglaublich geniale Feeling, angefeuert von Zuschauern und Familie, durch die Ziellinie zu laufen. Allerdings beginnt im Wettkampf ein innerer Krieg zwischen Körper und Geist respektive zwischen Muskeln und Kopf. Eigentlich kannst Du nicht mehr. Dein innerer Schweinehund sagt Dir: „Hör auf, für heute reicht’s.“

Genau in diesen Momenten besteht die Herausforderung und zugleich der Reiz, die eigene Komfortzone noch ein wenig aufzuschieben und sich weiter ans Limit zu pushen. Christian Bischoff, selbst als Mentaltrainer bezeichnend, sagte einmal während einem seiner Auftritte: „Du weißt nie wo Dein Limit ist, Du weißt nur wo es nicht ist“. Auch Henry Ford wusste bereits: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

– Gib Dir eine kleine Denkpause und denk‘ darüber nach….
Denk‘ noch weiter nach.

Dieses Streben, sich an neue Grenzen zu wagen, das treibt mich an. Ich finde es faszinierend den Werdegang anderer Athleten zu beobachten. Teilweise unglaubliche Geschichten, bei denen ja eigentlich das hätte eintreten müssen, was ihnen viele Leute zugeschrieben haben. In diesem Zusammenhang google doch mal nach „Elmar Sprink“. Das ist so eine fantastische Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.
Wie oft hört man Leute negative Phrasen aufsagen: „Du wirst das nicht schaffen!“, „Du bist nicht der Typ dafür“, oder „Das ist extrem“. Ja genau das ist es vielleicht auch. Darum geht es! Etwas zu finden, was einen wirklich im Innersten anspricht. Eine Vision zu verfolgen, die vielleicht nicht für Jeden nachvollziehbar ist und erstmal abstrus klingt. Auch wenn Du selbst etwas zweifelst. Zweifle leise. Bleibe jedoch unbedingt deiner Vision treu. Das ist mein Motto.

Ich glaube an Schicksal und dass jeder eine Bestimmung im Leben hat oder diese finden muss. Bis 2014 war ich ausschließlich Läufer. Zwar werde ich wohl nie an die Leistungen eines Arne Gabius anknüpfen können, doch das ist mir egal. Auch als Hobbysportler kann man ambitioniert unterwegs sein. Jeder auf seine Art und Weise. Auch wenn ich das Laufen liebte, fehlte da irgendwie noch etwas! Ich wusste bis dato nur noch nicht was. Dann meldete ich mich aus einer Laune heraus als Volontär für den Strandräuber Ironman Rügen in Binz. Dort hatte ich dieses eine auslösende Moment. Ich kann es nicht beschreiben. Nur wusste ich von da an, dass Triathlon das ist, wonach ich gesucht habe!

Am Wettkampftag goss es in Strömen. Und jeder nur so: “Oh je, die Armen. Jetzt müssen sie auch noch bei diesem Hagel und Unwetter 90 Kilometer Radfahren. „Hää? Ist doch geil?!“, dachte ich mir hingegen. Am liebsten wäre ich auch auf die Strecke. Noch am selben Tag beschloss ich von nun an auch das Schwimmen und Radfahren als mein täglich (Trainings)-Brot anzusehen.

In meiner ersten Triathlon-Saison habe ich gleich mal alle Gefühlszustände durchlebt, die man halt so durchleben kann. Angefangen vom geilen Gefühl der allerersten gefinishten Sprintdistanz, hin zum kompletten Desaster beim finalen Highlight 2015. Beim Berlin Triathlon XL wollte ich auf der Mitteldistanz eine Top 20 Platzierung erreichen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das absolut drin gewesen wäre. Lediglich einer hatte da was dagegen… Aufgrund meiner desolaten Schwimmleistung, pflügte ich das Radfeld von hinten auf. Da ja bekanntlich das Windschattenfahren verboten ist, fuhr ich fast ausschließlich links, um einen nach dem anderen zu überholen.

Und dann kam der abschließende Laufteil. Meine selbsternannte Sahnedisziplin. Dachte ich. Bis Mr. Magen-Darm-Trakt beschloss mir an diesen Tag einen Strich durch die Rechnung zu machen. Auf einmal ging nichts mehr. So starke Schmerzen hatte ich noch nie. Dem von mir anvisierten 4er Schnitt konnte ich vergessen. Ich konnte ja kaum noch geradeaus laufen. Insofern glich der Halbmarathon eher einem längeren Spaziergang, wenngleich ich die letzten 13 oder 14 Kilometer doch noch rennen konnte. Zwar verfehlte ich an diesem Tag mein Ziel, doch das war mir egal. Der Moment, in dem ich die Ziellinie überquerte, war einfach bombastisch genial. Ich wusste schon auf den letzten Metern, dass ich im nächsten Jahr zurückkommen würde.

Und jetzt?
Neujahr, der Tag an dem Heldenpläne und visionäre Ziele aufgestellt und ausgesponnen werden, ist nun mehr als 2 Wochen her. Es wird Zeit die Sache endlich dingfest zu machen und meine Jahresziele auf konkrete Teilziele im Training und im Wettkampf herunterzubrechen. Allem voran steht wieder der Berlin Triathlon XL, mit dem ich wie nun bereits weißt, noch ein Hühnchen zu rupfen habe! Trotzdem sind es keine Rachegelüste, als vielmehr die pure Motivation und Lust wieder dort zu starten. Ich habe einfach richtig Bock auf den Sport. Wenn Du Lust hast, kannst Du mich und meinem Weg hin zum Ausdauer-Olymp weiter verfolgen. Auf keep-on-running.de blogge ich regelmäßig über mein Training, Wettkämpfe und weitere spannende Hintergrundgeschichten. Der ganz normale Triathlonwahnsinn halt.

Wir sehen uns an der Startlinie.

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