Martina R. – Läuferin

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„Die Geschichte einer Läuferin mit Liebe zum Sport und zu Ihrem Vater.“ (Die Sport und Ich Redaktion)

Name: Martina R.
Sport: Laufen
Instagram: @martina_runs

„Mit an meiner Seite: natürlich mein Papa!“

Meine Geschichte

Ich entdeckte meine Liebe zum Laufen schon sehr früh, nämlich im zarten Alter von 5 Jahren. Ich bin förmlich damit groß geworden und verdanke dies meinem geliebten Papa. Noch heute ist er mein großes Vorbild. Es fing damit an, dass ich ihn schon als kleines Mädchen immer sehr gerne dabei beobachtete, wie er täglich seine Laufschuhe schnürte. Er lief und lief und lief. Anscheinend beeindruckte mich das so sehr, dass ich ihn wochenlang förmlich anbettelte, mich auch mal zum Laufen mitzunehmen.  Irgendwann gab er dann schließlich nach und ich durfte endlich mit!!! Ich war sehr aufgeregt und konnte es kaum erwarten.

Er erklärte mir im Vorfeld, dass wir „bis zur Brücke und zurück laufen“. Hier handelte es sich um unsere bekannte Spazierstrecke, die keine 1000m lang war. Gesagt, getan. Hauptsache rennen! So machten wir uns gut gelaunt und voller Tatendrang auf den Weg. An der berühmten Brücke angekommen, wollte Klein-Martina aber noch nicht heim. Und da ich anscheinend schon als kleines Mädchen sehr stur sein konnte, gab mein Papa schließlich nach. Aus den geplanten 1000m sind dann mal direkt 5km geworden und ich war alles andere als platt. Ich kann mich noch heute sehr gut daran erinnern. Ich war direkt infiziert und wollte immer mehr. So begann ich regelmäßig mit meinem Papa zu trainieren und lief schließlich mit 6 Jahren das 1. Mal bei einem richtigen 10km-Lauf mit. Ich startete damals bei der Jügesheimer Winterlaufserie, die es noch heute gibt. Mein Papa begleitete mich natürlich und ich kann mich noch sehr gut an meinen Zieleinlauf erinnern.
Völlig platt schnaufte ich nur noch folgendes: „ Papa! Ich laufe NIE wieder 10km!!!“ Das Ganze ist nun schon fast 30 Jahre her und ich erinnere mich immer noch sehr gerne daran zurück. Mein Vater war damals ein sehr aktiver Läufer und lief den Marathon auch schon unter 2:45 Stunden! Ich hatte immer großen Respekt vor ihm und bewundere ihn noch heute für seine Leistungen. Mit der Zeit entwickelte auch ich mich zu einer recht guten Läuferin, genauso wie meine Schwestern. Als „Läufer-Familie“ wurden wir schnell bekannt.
Mit 17 Jahren kam ich dann plötzlich auf die verrückte Idee, ebenfalls einen Marathon zu laufen. Auch das wollte mir mein Vater natürlich ausreden, aber wie schon damals als 5jährige ließ ich mich auch dieses Mal nicht überzeugen. Im Oktober 1999 finishte ich schließlich mit süßen 17 Jahren meinen 1. Marathon in Frankfurt in einer Zeit von 3:56 Stunden. Mit an meiner Seite: natürlich mein Papa! Dieses Lauferlebnis war mit Sicherheit eines meiner größten Momente im Leben.

Es gibt so viele tolle Rennen und Wettkämpfe, von denen ich heute berichten könnte. Ich wüsste gar nicht, wo ich da anfangen sollte. Aber eines haben all diese Erlebnisse gemeinsam: mein Papa war IMMER an meiner Seite. Er ließ es mich immer spüren, wie stolz er auf mich war. Und dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Mittlerweile bin ich selbst Mutter von zwei kleinen Töchtern. Nach den Schwangerschaften nahm ich sehr stark zu und nahm jetzt auch fast 30kg wieder ab. Ich habe mich hart zurück gekämpft und fing auch wieder an, regelmäßiger zu laufen. Der Höhepunkt kam schließlich letztes Jahr: ich finishte meinen 4. Marathon in Frankfurt. Ich kann es kaum in Worte fassen, was mir dieser spezielle Lauf bedeutet hat. Nach beiden Schwangerschaften und hartem Gewichtskampf endlich wieder so laufen zu können. Auch in diesem Moment war mein Papa an meiner Seite, selbst nach fast 30 Jahren. Und darauf bin ich besonders stolz. Mittlerweile trainiere ich wieder sehr regelmäßig und bin momentan besonders motiviert. Der nächste Marathon steht bereits in den Startlöchern und dieses Mal möchte ich ihn nach so vielen Jahren auch wieder deutlich unter 4 Stunden laufen. Ich spüre die Lust und das Adrenalin in mir und arbeite momentan sehr hart daran, an meine alten Zeiten wieder anzuknüpfen. Es ist natürlich immer wieder eine Herausforderung und eine besondere Kunst, das Training mit meiner Familie und dem alltäglichen Wahnsinn unter einen Hut zu bringen. Aber wie sagt man so schön: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
Ich kann mir ein Leben ohne meine Laufschuhe nicht mehr vorstellen und ich danke dem lieben Gott jeden Tag dafür, dass ich gesund bin und meiner Leidenschaft nachgehen kann. Ich habe zwei gesunde und glückliche Kinder, den besten Ehemann, eine tolle Familie die an mich glaubt und zwei gesunde laufende Beine. Mehr brauche ich nicht zum glücklich sein.

Ich widme meine kleine Geschichte nur einem Menschen: meinem Papa. Danke dir für alles.

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Discussion1 Kommentar

  1. Herrlich…..❤
    Liebe martina,
    Ich kann regelrecht deine stimme hören, wie du den artikel vorliest!!
    Sehr berührend, schöne geschichte..
    Ich freue mich, wenn wir ubs endlich gegenüber stehen

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