Lotta – Crossfit/Triathlon

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Sport kann mehr sein z.B. eine Lovestory, in der es um mehr als nur menschliche Beziehungen geht.

Name: Lotta
Sportart
: Triathlon, Crossfit
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„Heute treibe ich Sport nicht mehr nur, um abzunehmen oder mein Gewicht zu halten.“

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen, wie ich mich vorstellen und erst recht nicht, wie ich meine „Beziehung“ zum Sport charakterisieren soll. Eigentlich weiß ich noch nicht einmal, welcher Sportart genau ich mich zuordnen soll, weil ich nicht nur eine betreibe. Aber immer der Reihe nach..

Ich habe nicht die typische griffige Biographie: Ich bin keine von diesen begnadeten Typen, die die Liebe zum Sport schon mit der Muttermilch aufgesogen haben und seitdem nur noch und ausschließlich dieses eine Ziel verfolgen. (Okay, es gibt Bilder, wo ich schon mit 2 Jahren auf den Skiern stand, aber einmal einen Huckel im Garten runter zu fahren, würde ich jetzt kaum als Sport bezeichnen. Und die kindlichen Versuche, auf Bäume zu klettern und mich dann fallen zu lassen, um den Aufprall zu üben, waren wohl auch keine sportliche Glanzleistung…) Genauso wenig kann ich das Beispiel einer Bekehrungsgeschichte mit 180-Grad-Wende liefern, auch wenn sich für mich natürlich vieles verändert hat, seitdem ich regelmäßig Sport treibe. Ich bin also weder von Kind auf ambitionierte Sportlerin gewesen, noch habe ich eine Metamorphose vom Couchpotato zum Fitnessfreak durchgemacht. Und ich kann auch mit keinen tollen Wettkampfwerten angeben.
Was macht mich dann aus und warum um alles in der Welt schreibe ich einen Text über das Thema „Sport und ich“? Weil ich eben doch ein Verhältnis zum Sport entwickelt habe! Ein ziemlich gutes würde ich sogar sagen.
Früher – das heißt bis vor etwa 2 Jahren – dachte ich immer: „Es reicht vollkommen aus, wenn du dich ausreichend bewegst.“ Schwitzen mochte ich gar nicht. Also bin ich manchmal am Wochenende, wenn ich Zeit hatte, stundenlang spazieren gegangen. Ansonsten war ab und zu auch mal ein Tanzkurs drin. Und um von A nach B zu kommen, bin ich unter der Woche oft mehrmals täglich auf meinen Drahtesel gestiegen und habe mich so in gewissen Grenzen fit gehalten. Solange mein Weg von zu Hause bis zur Uni immer etwa 20-30 Minuten gedauert hat oder ich sonst viel unterwegs war, hab ich auch nicht zugenommen. Leider gab es aber auch Zeiten, in denen das tägliche Radfahren mangels fahrbarem Untersatz oder weil die Distanzen einfach zu gering waren, nicht möglich war oder als Ausgleich einfach nicht reichte. Und da ich wirklich gern esse, hat sich das mit der Zeit auch auf den Rippen bemerkbar gemacht. Ich war nicht dick, aber manchmal schon ein bisschen träge und vor allem unzufrieden, dass ich so langsam die Kontrolle über mich selbst verlor. Manchmal, wenn der Leidensdruck groß genug war, habe ich mich gezwungen, morgens joggen zu gehen. Aber schon nach ner Viertelstunde war ich so außer Puste, dass ich es für die nächsten Wochen und Monate wieder habe bleiben lassen.

Nicht nur, dass ich mein Bäuchlein nicht leiden konnte; auch die Unruhe in meinen Beinen vom vielen Rumsitzen an der Uni (in der Hausarbeitszeit) hat mich irgendwann genervt. Und ich bin meiner Umgebung mit diesem Gejammer sicher auch auf den Keks gegangen. Zum Glück habe ich zu einem Zeitpunkt, als es sich mal wieder ganz schlimm anfühlte, jemanden kennengelernt, der mir Hilfe anbot, im Sinne von: „Wenn du jemanden brauchst, der mit dir Joggen geht, meld dich bei mir.“ Das war nicht unbedingt, was ich wollte, aber ich habs immerhin mal ausprobiert und mir auch von anderen Freunden Tipps und Ratschläge geben lassen. Auf die Anregung einer Freundin hin habe ich zum Beispiel angefangen, jeden zweiten Tag ein kleines Online-Workout bei Youtube mitzumachen.

Das war kein großer Schritt, aber er hat viel bei mir bewirkt. Irgendwann reichte mir das bisschen Rumhampeln nämlich nicht mehr aus und ich habe tatsächlich begonnen, laufen zu gehen. Auch wenn ich es immer noch gehasst habe, kam ich schon sehr viel schneller vom Fleck und weiter voran. Um mich auf meinen ersten Wettkampf, einen Hindernislauf, vorzubereiten, war ich nebenbei noch Radfahren oder Schwimmen und hab die restlichen Wochentage mit Eigengewichtsübungen zugebracht.

In gewisser Weise gehört zu meiner Geschichte mit dem Sport auch noch eine andere „Lovestory“, nämlich die zwischen mir und dem schon erwähnten Bekannten, der inzwischen mein Freund ist. Er war es, der mich überhaupt erst einmal motiviert hat, Sport im eigentlichen Sinne zu betreiben und der mich letzten Endes für seine Lieblingssportarten begeistert hat. Als erfahrener Trainingspartner hatte er immer wieder Tipps für mich auf Lager. Irgendwann hab ich mich von ihm dazu „überreden“ lassen, mit ins Fitnessstudio zu gehen. Seitdem versuche ich mich neben dem Triathlontraining mit Crossfit auf Trab zu halten. Natürlich bin ich anderen Sportarten gegenüber auch aufgeschlossen. Mountainbiken, Bouldern und Tanzen finde ich nach wie vor cool. Allerdings komme ich aus Zeitgründen selten dazu.

Seit etwa einem Jahr haben mein Freund Schorsch und ich zusammen einen Blog, auf dem wir über Ausdauer- und Krafttraining und alles, was sonst noch dazu gehört, schreiben. Eigentlich hat Schorsch schon viel länger daran gearbeitet und mich dann, als ich soweit war, einfach mit ins Boot geholt. Anfangs hatte ich selbst nicht allzu viel Ahnung von der Materie und musste mich in manches, worüber ich schrieb, erst einmal ausgiebig in Theorie und Praxis einarbeiten. Gleichzeitig macht mir dieses „Work in Progress“ aber auch Spaß und bringt mich dazu, neue Dinge auszuprobieren und immer mehr an meiner Form zu feilen. Andere zu motivieren, spornt mich selbst unglaublich an.

Inzwischen hat sich meine Einstellung zum Sport radikal geändert. Auch wenn ich (noch) immer keine Liste von Wettbewerben aufweisen kann, an denen ich teilgenommen habe, arbeite ich für mich persönlich daran, jeden Tag ein bisschen fitter zu werden.

Heute treibe ich Sport nicht mehr nur, um abzunehmen oder mein Gewicht zu halten. Natürlich ist das ein positiver Nebeneffekt, aber eigentlich merke ich viel mehr, wie mir der Sport an anderen Stellen weiterhilft. Zum Beispiel bestärkt es mein Selbstbewusstsein, zu sehen, wie ich mich entwickle; wie ich auch Hürden, die ich anfangs für unüberwindbar gehalten habe, auf einmal ohne Probleme nehmen kann. Sport bestärkt mich dranzubleiben, weil die Hoffnung, dass ich Erfolge erleben werde, größer ist, als die Angst zu versagen. Und manchmal ist Sport auch dazu da, Frust und Aggressionen abzubauen, wenn ich mal nicht so gut drauf bin. Mit einem Hammerworkout und der entsprechenden Musik im Ohr verfliegt die schlechte Laune ganz von selbst. Und am Ende hab ich sowieso keine Kraft mehr mich zu ärgern. In gewisser Weise ist Sport ein bisschen wie eine Therapie für mich; etwas, woran ich mich festhalten kann. Ich brauche Sport heute nicht mehr nur für den Körper, sondern auch ein bisschen für den Geist, um ausgeglichen zu sein.

Ein Leben ohne Sport könnte ich mir heute bestimmt nicht mehr vorstellen.

 

 

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