Janni Hönscheid – Surferin

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Dass ihr noch keine Flossen gewachsen sind, grenzt fast an ein Wunder. Janni wird als beste deutsche Surferin gehandelt – sie reist um die ganze Welt, um immer wieder verschiedensten Wellen zu erleben. Was man vom Surfen über das eigene Leben lernen kann, erfahrt ihr im Interview.

Name: Janni Hönscheid
Sport: Surfen
Facebook:  HonscheidJanni Instagram: @JanniHonscheid
Homepagewww.janni-honscheid.com / specials.theperfectwave.com.au/surfing-mermaids

Trainierst Du auch außerhalb des Wassers?

„Ich gehe ab und zu mal joggen und mache auf jeden Fall abends Yoga. Es tut sehr gut sich abends auszustretchen, wenn viel gepaddelt hat. Das ist immer eine schwierige Haltung für die Schultern und den Rücken, die man beim Surfen beim Paddeln hat. Deswegen ist es immer gut den Tag mit Yoga zu beenden. Nebenher gehe ich gerne schwimmen und Standup-Paddeln ist auch nochmal ein gutes Training fürs Surfen, weil das nochmal eine komplett andere Muskelgruppe anspricht. Mit dem Indoorboard trainiere ich auch gern. Das ist eine Rolle mit einem Holzbrett darauf. Da kann man auch auf dem Trockenen so tun als würde man im Wasser sein. „

Wie und wann hast Du Dich entschieden Surferin zu werden?

„Eigentlich bin ich nicht wirklich mit einer Option groß geworden, da meine ganze Familie früher schon gesurft ist. Deshalb wohnen wir auch auf Fuerteventura. Mein Vater war früher Profiwindsurfer und ist mit meiner Mutter und meinen Schwestern um die Welt gereist. Dann haben sie sich in die Kanaren verliebt und sind hergezogen. Eigentlich war ich schon immer am Strand, auch schon als kleines Baby bin ich im Sand herumgekrabbelt. Natürlich habe ich gesehen, dass meine Familie auf dem Wasser surft und wollte das dann auch ausprobieren. Jetzt gehört es für mich eben dazu, weil ich damit aufgewachsen bin. Natürlich habe ich mich nach dem Abitur schon dafür entschieden mehr zu surfen. Ich wollte mehr reisen, meine Sponsoren haben mich unterstützt. Das war schon eine Entscheidung, die ich getroffen habe anstatt zu studieren. Aber das war auch nicht wirklich eine Option, ich wäre nicht glücklich, wenn ich nicht surfen könnte. „

Was macht für Dich einen guten Wellengang aus?

„Von den Bedingungen her sind natürlich große Wellen ziemlich gut – je größer die Welle, desto größer ist die Herausforderung und umso mehr ist man auf sich gestellt. Wenn man nicht zu viele Leute auf dem Wasser drauf hat, ist das auch immer schön, sonst muss man oft um die Wellen kämpfen. Wenig Wind wäre auch super – was auf den Kanaren leider nicht so oft der Fall ist. Das sind so die Faktoren.“

Ganz naiv gefragt: Wie verdienst Du Dein Geld?

„Ich versuche das Surfen zu vermarkten. So viel wie möglich Fotoberichte zu schreiben und versuche den ganzen Lifestyle herüberzubringen und versuche die Leute dazu zubringen auch surfen gehen zu wollen. Dazu habe ich viele Modeljobs, die ich dazu nebenher mache und die es mir ermöglichen den Sport zu finanzieren. Abgesehen davon habe ich auch Sponsoren, die ich repräsentiere auf meinen Reisen. Aber das ist auch viel Arbeit. Was am Schluss herüberkommt ist immer Sonne, Spaß und dann ist es auch die meiste Zeit, aber es ist auch viel Arbeit, die du im Internet verbringst – Fotografen engagieren, die ganze Reiseplanung und die ganze Welt zu bereisen mit so viel Gepäck und so vielen Surfboards ist an sich schon eine große Herausforderung. Man muss auf jeden Fall viel Tun, wie für jeden anderen Job auch.“

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Wie würdest Du mir deinen Lebensstil beschreiben?

„Mein Lebensstil ist ziemlich spontan. Ich kann nicht wirklich weit voraus planen. Ich lebe oft im Moment, ich weiß nicht was als nächstes kommt, wie die Wellen morgen sind. Auch die Jobanfragen die ich bekomme sind oft sehr spontan.“

Was ist Dein nächster Meilenstein auf den Du hin trainierst? 

„Mein Leben besteht eher aus Freesurfen. Das ist so meine Disziplin, ich mache bei keinen wirklichen Contests mit. Anstatt mich mit anderen Menschen zu messen, messe ich mich liebe mit mir selber und der Natur. Es gibt an sich schon viele Herausforderungen, denen man sich auf Reisen stellen muss und die weltweit die Wellen zu surfen ist an sich schon eine große Herausforderung. Im Moment mache ich viele Fototrips. Beim Surfen ist man eigentlich ständig im Training. Man muss ständig fit sein, um ständig auf dem Wasser zu sein. Das coole beim Surfen ist, dass du dabei fit wirst und es macht auch noch Spaß. Du merkst die meiste Zeit eigentlich gar nicht, dass du trainierst.„  weitere Infos zu Plänen dieses Jahr: http://specials.theperfectwave.com.au/surfing-mermaids/

Wie viel Zeit verbringst Du in der Woche auf dem Wasser?

„Es kommt immer etwas darauf an wo ich gerade bin. Auf Fuerteventura, wo ich im Moment zu Hause bin, gibt es im Winter gute Wellen und im Sommer eher nicht so viele.“ Deswegen geht Sie im Sommer eher Joggen, Standup-Paddeln und solche Sachen. Aber als Sie im Frühjahr 2015 in Indonesien war, da war Sie 8 Stunden am Tag auf dem Wasser. Das ist so ungefähr die Durchschnittszeit.

Was ist für Dich das Schönste und das Stressigste am Surfer Dasein?

„Das Schönste ist die Verbindung zur Natur und überhaupt die ganze Philosophie – es gibt viele Parallelen zum Leben insgesamt. Surfen ist ein sehr philosophischer Sport, der dir viele Weisheiten lehrt. Es ist ein Riesen-Abenteuer und du kannst nie das ganze Meer kennen, deswegen reise ich zu den verschiedensten Wellen der Welt – das ist sehr aufregend, die verschiedenen Wellen kennenzulernen. Das Stressigste ist, dass ich nicht wirklich Planen kann und es kein stabiler Lebensstil ist den ich momentan führe.“

Eine abschließende Frage noch: Wie viele Bikinis hast Du im Schrank?

„…“

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